"Heute kann die Welt nicht mehr untergehen, denn in Australien ist es schon morgen...!"

Mo

03

Aug

2009

Litchfield Nationalpark - 4WD

Unser Campingplatz „Safari Camp“ lag etwas außerhalb und vielleicht oder auch gerade deswegen konnten wir eine große Vielfalt an Tieren in den späten Abendstunden entdecken. Da waren zum einen Wallabies (kleine Kängurus), viiiele eeeklige Spinnen, Geckos auf dem Klo und ganz arg viele Kakadus.

 

Abgelegene Straßen hatten es uns eh angetan und da ist man im Litchfield NP auch ganz richtig. Denn hier gibt es allerhand 4WD Strecken, die nur darauf gewartet haben von uns ausgiebig getestet zu werden. Schließlich wollten wir mal testen, was unser Bushcamper so drauf hat und den Vorteil gegenüber billigeren, gemieteten Autos auszunutzen, die „leider draußen bleiben müssen“.

 

 

Unser erstes Ziel war Blythe Homestead (Ruins), die Überbleibsel einer alten Rinderfarm – mitten im Nirgendwo. Der Weg dahin führte über sandige, enge Tracks mit einem Wasserloch. Oh mann – so durchs Wasser zu fahren ist echt ein Erlebnis! Wenn man im ersten Gang über Stock und Stein hoppelt und das Auto von rechts nach links wankt… jaa man braucht schon vertrauen ins Auto und an die eigenen Fahrkünste!

 

Da wir dann eh schon in der richtigen Richtung unterwegs waren, entschlossen wir uns den Weg eine Abzweigung weiterzunehmen. Er führte uns weitere 10 km hin zur Sandy Creek. Hier befindet sich ein sehr abgelegener Campingplatz für 4WD Autos (ohne Strom – wie auch) und wenn man die Mühen auf sich nimmt, 1,7km später noch ein selten besuchter Wasserfall, welchen wir allerdings nicht mehr sehen konnten da es langsam dunkler wurde.

 

Hier in Australien ist es nämlich generell ratsam, bevor es dunkel wird eine Bleibe für die Nacht gefunden und auch das Abendessen gekocht zu haben. Denn sobald es Abend wird, kommt allerlei Getier aus den umliegenden Wäldern. Beziehungsweise was eigentlich am meisten nervt sind die „Mozzies“ hier – bissige Mosquitos! Und so wie es auf unseren Körpern aussieht stehen sie vor allem auf süßes weibliches Blut – das ist wohl mein Pech! Oder Kai stinkt zu arg und sie trauen sich nicht ran! Die Theorie find ich besser ;-)

 

Auf dem Rückweg von Sandy Creek hab ich mir dann ein Herz gefasst und bin selbst gefahren – über Sand, Flüsse, Stock und Stein. Doch dann – völlig unerwartet – ca. 50 m entfernt von uns – rennt ein Testosteron geladener Büffel quer über unsere Fahrbahn! Oh mein Gott – dass dieser Koloss, der annähernd so groß wie unsere höheren Fenster ist, uns ganz schöne Dellen ins Auto oder uns gefährden könnte realisierten wir erst einige Sekunden später. Glück gehabt! Aber so war es ein Anblick der uns noch einige Zeit respektvoll in Erinnerung bleiben wird.

 

An unserem letzten Tag im Litchfield lernten wir noch einen Hitchhiker kennen, der den Namen Mike trug. Er trampt seit mehr als 10 Jahren mit seiner Freundin durch ganz Australien und lebt im Busch. Ja, ihr habt richtig gehört. Kein Caravan, Auto oder Zelt.  Nein! Sie leben im Einklang mit Mutter Natur und Vater Erde, haben sich und eigentlich die gesamte Welt ganz arg lieb und schaffen es trotzdem irgendwie um die Runden zu kommen. Da wurde uns beiden mal wieder bewusst, dass es neben dem hier in Deutschland sehr verbreiteten strikt geradlinigen Lebensverlauf von Schule, Studium und Job auch andere Lebensstile gibt, die glücklich zelebriert werden.

 

Australien ist eben einfach anders!

 

© Kati

 

...weitere Bilder unter: Pics -> Galerie -> Lichtfield NP

 

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