Sa
21
Nov
2009
The Dream Continues...
Paronellapark – laut Internet das MUST DO No. 1 in Queensland. Klar dass wir zwei Pappnasen uns das anschauen müssen ;-)
Herr Paronella, einst in Spanien geboren, wanderte vor etwa 150 Jahren nach Australien aus, um sein Glück als Bäcker zu versuchen. Nebenbei versuchte er sich seinen persönlichen Traum zu verwirklichen: ein Schloss sein eigen nennen zu dürfen!
Schlösser gibt es hier in Australien ja so gut wie nicht, wenn man überlegt dass die Geschichte hier nur maximal 230 Jahre zurückgeht! Außerdem bringt es den weiteren Vorteil, dass man wenn man ein Schloss anmeldet keine Steuern mehr zahlen muss. Den Trick müssen wir uns merken ;-)
Aber wie kam der Bäcker zu seinem Schloss? Das hat er nämlich gar nicht so dumm angestellt. Zuerst kaufte er sich einige Hektar Land, die er dann über 10 Jahre für den hier üblichen Zuckerrohranbau aufwertete und teuer verkaufen konnte.
Somit war das Startkapital gegeben und die Bauarbeiten konnten beginnen. Er hantierte unter anderem mit Beton und Stahlkonstruktionen und baute sich ein Schloss, ein Ballsaal, ein Theater, Brücken und Alleen.
Doch das Juwel des Paronellaparks ist der Wasserfall, den er durch drei Betonöffnungen jagte, so dass dieser als drei einzelne Fontänen in die Tiefe stürzte.
Das war noch nicht alles! Als erste Person und ohne es jemals gelernt zu haben, schaffte er es in vielen Stunden Arbeit und Ausprobieren die erste wasserbetriebene Turbine zur Stromentwicklung (in Queensland) zu bauen.
Damit beleuchtete er nachts und zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten den Park, der frei zugänglich für die Öffentlichkeit war.
In seinem Park kam über die Zeit noch einige Bauten hinzu: ein Tennisplatz und ein Brunnensystem das nur durch den Höhenunterschied zwischen Wasserfall und Wiese genug Druck aufbaut, um mehrere kleinere Fontänen in die Höhe zu schießen zu lassen.
Auch plante er einst einen Tunnel, in den sich später viele Aquarien befinden sollten.
Seine Pläne wurde allerdings von den vielen Fluten, die das Grundstück heimsuchten, durchquert und somit dient es heute nur noch ca. 300 Fledermäusen als Brutstelle.
Neben den vielen Hochwassern wurde der Park in den letzten Jahrzehnten noch von zwei Zyklonen (der letzte war 2006) heimgesucht, die leider einiges zerstörten. Auch gab es aufgrund von Kurzschlüssen ein Feuer, dass einige Häuser abbrennen ließ.
Die nachfolgenden Besitzer des Parks ließen ihn teils verkommen, teils sanierten sie einige Bereiche. In seiner verwildesten Zeit war er auch als Militärübungsgelände im Einsatz.
Heute hingegen wird er liebevoll von seinen aktuellen Besitzern gepflegt und in mühseliger Arbeit wieder für die Touristen aufbereitet.
Die Gebäude sind zwar zumeist nicht mehr zu betreten, aber dafür hat man das überwuchterte, spanische Schloss, welches abends beleuchtet und stimmungsvoll mit Musik hinterlegt wird.
Kai und ich haben eine Führung mitgemacht (sowohl eine am Tag und eine in der Nacht). Besonders hat uns die zuvorkommende Art des Personals gefallen (bei Mückenbefall gabs umsonst Spray, bei Regen Schirme und bei Dunkelheit Taschenlampen).
Außerdem gefiel uns die Hängebrücke die über den Wasserfall ging, obwohl diese aufgrund des Regens sehr glitschig war. Auch der riesige Teich mit Aalen, Schildkröten und angeblich einem Schnabeltier können sich sehen lassen!
Wenn man darüber nachdenkt, dass es das Werk eines einzelnen Mannes war, der sich seinen Lebenstraum verwirklicht hat, gibt es einem die Kraft und Ausdauer, es ihm gleich zu tun und seine Träume zu leben.
Sehr poetisch ich weiß ;-)
Aber der Park regt einen einfach zum Träumen an …
© Kati